Burlage
 
31.12.08 009

Das kleine Dorf Burlage am Dümmer mit der St.-Marien-Kirche

Zu den besonderen Sehenwürdigkeiten am Dümmer See zählt die St.-Marien-Kirche zu Burlage. Die kleine, auf einer Anhöhe hochwassergeschützt stehende Kirche geht auf ein Benediktinerinnenkloster zurück, das schon im 12. Jahrhundert bestanden hat. Über die Gründung des Klosters ist außer Sagen und Vermutungen nichts bekannt. Es wurde 1538 nach Einführung der Reformation aufgehoben. Dennoch wohnten bis 1672 einige Klosterfrauen in dem Kloster.1704 stürzte das Haupthaus wegen Baufälligkeit ein.

Von dem mittelalterlichen Kloster blieb nur die gotische Sakristei der heute evangelisch-lutherischen Kirche. Das Kirchenschiff wurde vermutlich Ende des 16. Jahrhunderts erbaut. Die Nordwand mit dem Turm konnte bis heute nicht genau datiert werden. Die Inschrift “1792” bezeichnet das Jahr einer größeren Instandsetzung.

 

Kirche Burlage

Der eindrucksvolle Altar aus dem Jahre 1700.

>>Burlage, kleiner Kirchort an der Ostseite des Dümmersees, ehemaliges Kloster, Landgem. und Standesamt Hüde, Schulgem. und Pf. Burlage, 1895 6 Wohnhäuser, 30 Einwohner, eingepfarrt sind hier: Hüde, Evershorst, Sandbrink, Haslingen, Lembruch, Eickhöpen, Marl, Hagewede und einzelne Höfe [...]

Die ganze südliche Gegend der Grafschaft hat in kirchlicher Beziehung zum Kirchspiel Dielingen gehört; auch das Kloster Burlage hat nach Mindener Urkunden noch in der “Pfarrei” Dielingen gelegen, hat jedoch, wenn auch nicht sofort bei der Stiftung, einen eigenen Pfarrsprengel gebildet, zu welchem namentlich auch die Ortschaften der comitia Wischfrisonum , welche Herzog Otto von Braunschweig 1318 zu Lehn gab, gehört haben, nämlich Lembruch, Hüde und Marl mit der Gerichtsstätte zu Sandbrink. Seit Erwerb der Gegend von Lemförde gehörte auch Lemförde zum Kirchspiel Burlage, die anderen Ortschaften aber, welche zur Grafschaft Steinwede gehört hatten, wie Brockum, Stemshorn und Quernheim, gehörten noch längere Zeit zum Kirchspiel Dielingen, dann aber auch zur Klosterpfarre Burlage. Nach und nach war aber Lemförde durch Anbau und Zuzug gewachsen, weshalb dieser Ort eine eigene Kirche erhielt...<<

[H.Gade “ Die Grafschaft Diepholz, historisch-geografisch-statistische Beschreibung” 1901]

Kirche Burlage

Die erhaltene spätgotische Kapelle des Kloster Burlage (heute Sakristei der ev. Kirche). 

11.05.08 025

Die St.Marien-Kirche vom Stemweder Berg aus mit Teleobjektiv fotografiert. Die Distanz beträgt genau 6 km.

© Otwin Skrotzki.