Die Grachten
 
Vorderlohne

Blick auf die Vorderlohne. Im Hintergrund sieht man die Häuser der Lohnstraße

Mühle

Der Standort der ehemaligen Diepholzer Wassermühle am Zusammenfluß von Vorderlohne und Mühlkanal.

Ein besonderes Merkmal von Diepholz ist der amphibische Charakter der Stadt. Weil sie auf sumpfigem Gelände entstand, ist sie von vielen Kanälen durchzogen, welche die Stadtlandschaft zum Teil bis heute prägen. Neben der Hunte, dem natürlichen Hauptfluß, wurde im 16. Jahrhundert die Lohne, ein großer Kanal, als zweitgrößtes (heute größtes) Fließgewässer zwischen dem Dümmer und Diepholz angelegt. Weitere Flüsse in Diepholz sind die Grawiede und die Strothe. Die meisten dieser Hauptfließgewässer sind Dümmerausflüsse. Sie durchziehen die Feuchtwiesen der Graftlage (Graft = niederdeutsches Wort für “Gracht”, Kanal) zwischen dem Dümmer und der Stadt Diepholz und münden in bzw. nördlich der Stadt in die Hunte. Zwischen diesen Hauptfließgewässern befindet sich ein Netz kleinerer Kanäle. Das Stadtgebiet wurde besonders durch die Verzweigung der Lohne in Vorderlohne und Mühlkanal und in die dadurch entstandene “Lohneinsel” mit der Lohnstraße, durch den Burggraben, sowie durch das heute nicht mehr existierende Stadtgrabensystem geprägt. Einige der Kanäle wurden früher auch als Transportweg mit kleinen Kähnen genutzt.

Das Bild oben rechts zeigt den Standort der ehemaligen Diepholzer Wassermühle im Zentrum der Altstadt. Die Wassermühle wurde im Jahre 1356 erstmals erwähnt. Das letzte Mühlengebäude brannte im Jahre 1928 ab. Das unmittelbar südlich davon gelegene Wohnhaus des Müllers, ein Bauernhaus aus dem Jahre 1610, wurde wegen Baufälligkeit abgerissen, und an seiner Stelle 1936 der jetzige, auf dem Foto zu sehende Klinkerbau mit Stilelementen des Art Deco erbaut. 

 

Trakehnerhof1Das Bild links entstand im Jahre 2008 unmittelbar südlich des Schlosses an der Lohne in der Nähe der sogenannten “Vorwerksbrücke” am Postdamm. Es zeigt das seit vielen Jahren leerstehende Hotel “Trakehnerhof”. Erbaut wurde es 1860 als “Gasthof Stadt Osnabrück”. Von Anfang an verfügte es über einen gepflegten und sehr idyllisch am Lohneufer gelegenen Bier- und Kaffeegarten. Von 1877 bis zum Bau des Diepholzer Freibades betrieb der Gastwirt hier auch eine kleine Flußbadeanstalt. Später war bis in die 1950er Jahre der Gasthof auch wegen des Bootverleihs ein beliebtes Ausflugsziel. Auf dem Bild sieht man die Reste der alten parkähnlichen Bepflanzung des Kaffeegartens, dahinter den Giebel des leerstehenden und verfallenden Gebäudes.

 

>>Das alles überblickt jahrhundertelang der Schloßturm, ein Wahrzeichen, “dessen Fundation ebenso alt war wie Diepholz”, wie Bürgermeister Albers es 1769 ausdrückte [...] Doch mehr als vom Turm wird Diepholz vom Wasser, von den Flüssen und Gräben und bis in die erste Hälfte unseres Jahrhunderts vom Hochwasser bestimmt. Da waren die Wiesen bei Frostwetter eine einzige große Schlittschuhbahn, und in der “Welle” plätscherten im Frühjahr wirklich die Wellen. [...] Eine amphibische Stadtlandschaft, sicher eher holländisch als venezianisch bestimmt, auch heute noch prägend und reizvoll. [...]<<

[Horst Schöttler, Schöne Grüße aus Diepholz, 1980]

09.09.07 015

Der Mühlkanal nördlich der Steinstraße

Diepholz 119

Der Mühlkanal hinter den Häusern der Lohnstraße

Diepholz 004

Mühlkanal mit Bootsanleger “ Münte”

Diepholz 117

Die Vorderlohne am Bootsanleger “Lohnstraße”

Diepholz 127

Zusammenfluß von Vorderlohne und Mühlkanal am Bootsanleger “Rathaus”

28.08.09 004

Urige Flußlandschaft an der Lohne am Südrand der Stadt Diepholz.

© Otwin Skrotzki.