Die Münte
 
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Die Münte

Die Münte

Gegenüber dem Schloß liegt das Herrenhaus des ehemaligen Burgmannshof und Gutes “Münte”. Die Münte war ursprünglich die Münzstätte der Diepholzer Grafen. Ob in Diepholz tatsächlich Münzen geprägt und gefälscht worden sind, war lange umstritten, bis einige alte Münzen aus jener Zeit gefunden wurden. Das erste Gebäude ließ Graf Friedrich I. (1510-1529) für seinen Münzmeister Lambert Vlemynck erbauen. Dieser zog jedoch wenig später nach Osnabrück und wurde dort 1531 wegen Falschmünzerei hingerichtet. Die Münzerei der Diepholzer Grafen endete vermutlich in den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts. An der Stelle der alten Münte erhielt 1529 der Drost Cord Voß ein neu errichtetes Gebäude als Burgmannslehen. Cord Voß war von 1523-1554 Drost von Diepholz. Die Familie Voß wurde zur bedeutsamsten Burgmannsfamilie der Grafschaft Diepholz und brachte mehrere Güter ihn ihren Besitz. Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erfolgte im Jahre 1635 ein nochmaliger Neubau der Münte. Im Jahre 1775 wurde eine Erweiterung an das Gebäude angebaut. Dieser Bauzustand blieb dann bis zum Neubau im Jahre 1977 erhalten.

Mitte des 17. Jahrhunderts nahm die Familie Voß den Adelstitel an. Mit Andreas Cord von Voß begann 1663 mit dem Kauf des Gutes “Junkernhäuser” eine Reihe von Erweiterungen des Gutsbesitzes der Münte. 1794 erwarb Carl August Friedrich von Voß (1750-1820) - Oberjägermeister, Landrat der Landschaften Hoya und Diepholz und Postmeister von Diepholz - das Rittergut Falkenhardt von der Familie von Sandbeck. Dadurch wurden die beiden Diepholzer Großgüter Münte und Falkenhardt vereint. Sein Erbe Albert Carl August von Voß (1829-1871) blieb unverheiratet, und vermutlich im Hinblick auf nicht zu erwartende Nachkommen verkaufte er den gesamten Besitz nach 1858 seinem Schwager Jasper Carl Wilhelm Gustav von Arenstorff. Mit dem Tod von Voß im Jahre 1871 starb die männliche Linie der von Voß aus. Arenstorff verkaufte die Münte bereits 1869 dem Bremer Kaufmann Georg Wilhelm Böfer. Dieser verkaufte 1880 das Gebäude, das bereits damals kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr war, dem Freiherrn von Veltheim-Cattenstedt. 1896 ging die Münte an den aus Verden stammenden Dr. med. Carl Ludwig Frank. 

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Herrenhaus durch eine Fliegerbombe beschädigt und 1955 schließlich wegen der hohen Reparatur- und Instandhaltungskosten an die Stadt Diepholz verkauft. Es folgte jahrzehntelanger Leerstand und Verfall des Gebäudes, eine Abbruchgenehmigung lag ab 1957 vor. Dank der “Bürgerinitiative Münte e.V. Diepholz” wurde das verfallende Gebäude vor dem endgültigen Abbruch bewahrt und 1977-79 unter Verwendung der alten Balken neu aufgebaut. Heute befinden sich in der Münte ein Restaurant und Räume der Kreismusikschule

 

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Die Münte im Januar 2010

>>Münte, landtagsfähiges Gut, ganz nahe bei Diepholz, dem Schlosse gegenüber, Fleckensgem., Schulgem., Pf. und Standesamt Diepholz, 1895 2 Wohnhäuser, 19 Einwohner. Der Name läßt darauf schließen, daß hier einst eine Münzstätte der Edlen Herren von Diepholz gewesen ist; doch ist keinerlei Nachweis darüber vorhanden, auch darüber nicht, daß überhaupt die Edlen von Diepholz gemünzt haben. Münte soll früher ein Burgmannssitz gewesen sein (Wilh. S.60). Die von Voß sind schon früh in der Herrschaft Diepholz ansässig, begütert und bedienstet gewesen. Am 3. Januar 1530 hat Junker Johann, Edelherr von Diepholz, diesen Hof mit Haus an Cord Voß für geleistete treue Dienste zu Lehn gegeben, und letzterer hat darüber unter obigem Namen einen Lehnsrevers ausgestellt (Dieph. Urkb. Nr. 213). Seit dieser Zeit ist das Gut Münte im Besitz der von Voß gewesen, bis nach dem erfolgten Aussterben derselben es durch Kauf an den Freiherrn von Veltheim gekommen ist.<<

[H.Gade, Die Grafschaft Diepholz, historisch-geographisch-statistische Beschreibung, 1901]

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Balkeninschrift der wiederaufgebauten Münte

>>[...] Seit 1896 war die Münte im Besitz von Sanitätsrat Dr. Frank. Er beließ ihr lebendige Vergangenheit. Kam man als Junge mit lädiertem Knie oder verstauchtem Finger zu ihm, bewunderte man in der Eingangshalle mit den alten Truhen und Schränken die kunstvolle alte Standuhr, die neben der Stunde auch Mond- und Sonnenstand anzeigte. Sie befand sich an der breiten Treppe. Man konnte sich gut vorstellen, daß Rittmeister Meyer, der ab 1828 einige Jahre in der Münte wohnte, einmal mit seinem Pferd die flachen Stufen hochgeritten war. [...].<<

[Zit. aus: Horst Schöttler, Schöne Grüße aus Diepholz, 1980]

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Die Münte im Februar 2008.

Die Münte gehört zweifellos zu den wichtigsten historischen Gebäuden in Diepholz. Es ist aber nicht zu übersehen, daß es sich um einen Neubau aus den späten 1970er Jahren handelt. Die Restaurierung hätte etwas behutsamer und dem Baudenkmal gerechter sein können.

 

© Otwin Skrotzki