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1858 verkaufte der unverheiratete und kinderlose Albert von Voß das Gut Falkenhardt mangels Erben seinem Vetter Jasper von Arenstorff. Dessen Sohn Adolf von Arenstorff war aktiver Offizier in Potsdam, später in Kassel. Das Gut wurde deshalb in jener Zeit von einem Generalbevollmächtigten und einem Verwalter geführt. Von 1890 bis 1902 war es verpachtet. Im Jahre 1900 verkaufte Adolf von Arenstorff das Gut dem Brennereibesitzer Ludwig Kellenberg zu Kellenberg. Ludwig Kellenberg errichtete auf dem Gut Falkenhardt eine Kornbrennerei, die er 1916 in eine Spiritusbrennerei umstrukturierte, in der auch Preßhefe für die Bäckereien der Region hergestellt wurde. In jener Zeit, vermutlich zwischen 1904 und 1915, wurden die beiden markanten Tortürme des Gutes im Stil des Historismus erbaut. Die Landwirtschaft des Gutes verlor seitdem allmählich an Bedeutung, die Ländereinen wurden nach und nach an die umliegenden Bauern verpachtet. Der Grundbesitz des Rittergutes umfaßte damals 346,76 ha. Neben der direkten Umgebung des Gutes gehörten u.a. die Junkernhäuser (südwestlich Diepholz) und Vossen Neufeld (südöstlich Diepholz) dazu. Das Gut besaß außerdem das Fischereirecht im Dümmer sowie in Teilen von Lohne und Hunte. Nach dem Tod Kellenbergs im Jahre 1926 fiel das Gut mit der Brennerei durch Erbschaft an seine Tochter Emmy, die mit dem aus dem Vogtland stammenden Georg Freiherr von Wagner verheiratet war.
1934 kaufte die Stadt Diepholz südwestlich der Stadt liegende Ländereien (Gut Junkernhäuser, Klattenberg) vom Rittergut Falkenhardt an, um damit für den Bau des Diepholzer Militärflughafens enteignete Bauern zu entschädigen. In einem Vertrag hatte sich die Stadt verpflichtet, ein Ersatzgut zu vermitteln. So kam Freiherr von Wagner an den Erwerb eines zweiten Gutes, des etwa 400 ha großen Gutes Ornum bei Eckernförde (Schleswig-Holstein).
Im Zweiten Weltkrieg war Freiherr von Wagner Leiter einer Pferdebeschaffungskommission im Kreis Diepholz (einschließlich Sulingen). Die Pferde wurden gemustert, konfisziert und dem Militär überstellt. Für die Bauern war dies nicht selten ein Problem, weil damals das Pferd die Hauptarbeitskraft in der landwirtschaftlichen Produktion war.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges machte sich der Oberbefehlshaber der britischen Besatzungsmacht, Feldmarschall Montgomery, das Herrenhaus in Falkenhardt für kurze Zeit zu seiner Residenz. Für diese Zeit mußte sich die Familie von Wagner eine andere Unterkunft suchen.
Nach 1950 erwarb Freiherr von Wagner das Brennereirecht, das ab 1950 dem Bund zustand (Branntweinmonopol) und durfte jährlich 154.000 Liter Alkohol in seiner Hefefabrik auf Rittergut Falkenhardt brennen. Dazu bezog das Gut von auswärts flüssige Melasse. Vermutlich wurde der daraus gebrannte Alkohol ausschließlich als Reinalkohol (Spiritus) an Gewerbe- oder Industrien geliefert, denn über eine Trinkbranntwein-Herstellung des Gutes nach 1916 ist nichts bekannt.
Die Brennerei wurde offensichtlich schon vor Jahren stillgelegt, die Firma existiert aber noch heute (im Jahre 2008) zumindest als Handelsregistereintrag in Diepholz. Im “Deutschen Firmenportal ‘Hot Frog’” findet man den Eintrag “Spiritus- und Preßhefefabrik Rittergut Falkenhardt Joachim Frhr. v. Wagner e.K. [...] Produkte und Dienstlesitungen: Backmittel, Genußmittel, Hefe”
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