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Fliegerhorst Diepholz: Tower und Flugleitung (rechts) wurden in den späten 1950er Jahren erbaut (Foto von 2009).
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Der Diepholzer Militär-Flughafen (Fliegerhorst) war ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und bis 2011 der größte Arbeitgeber in der Stadt. Im Jahre 1999 arbeiteten laut einer Statistik 1900 Beschäftigte auf dem Fliegerhorst. Er hat seit seinem Bestehen die Stadt sehr stark mitgeprägt und ist aus ihrer Geschichte nicht mehr wegzudenken.
Die Geschichte des Fliegerhorst
Im Jahre 1934 begann die Stadt Diepholz auf Angebot zur Errichtung eines Militärflugplatzes durch das Luftfahrtministerium mit dem Ankauf eines geeigneten Geländes. Die Stadt entschied sich trotz des moorigen Untergrundes für das Willenberger Masch südlich der Junkernhäuser, im Volksmund auch “Kiebitzheide” genannt. Das erworbene Gelände verkaufte die Stadt an die Tarnfirma “Deutsche Luftfahrts- und Handels AG”. Um enteignete Bauern mit Ländereien entschädigen zu können, kaufte die Stadt zu diesem Zweck von Emmy Freifrau von Wagner das ca. 73 ha große, dem Rittergut Falkenhardt gehörende Gut Junkernhäuser. Bereits im Herbst 1934 begannen Luftbaubataillone und der Reichsarbeitsdienst mit den Bauarbeiten zum Aufbau des Flugplatzes. Das Rollfeld bestand zunächst nur aus einer kreisrunden, 1000 m im Durchmesser großen Rasenfläche. Im März 1936 übernahm der “Luftpark Diepholz”, ein Logistikverband der Luftwaffe, den Flugplatz. Es folgte der Bau umfangreicher Lager- und Flugzeughallen, Werkstätten und Kasernenbauten. Die Anlage erhielt einen Eisenbahnanschluß an den Bahnhof Diepholz, der noch heute vorhanden ist, aber nicht mehr benutzt wird. Im Lauf der Jahre kamen zu den Baubataillonen zahlreiche Fremdarbeiter hinzu. Die Fremdarbeiter wurden in einem großen Lager an der Maschstraße untergebracht, das bis zu 14 Baracken umfaßt haben soll.
1937 stationierte die Luftwaffe den ersten fliegenden Verband auf dem Fliegerhorst, eine Bombergruppe des Kampfgeschwaders 254. Von 1939 bis 1940 lag die “II/Kampfgeschwader 4” mit zweimotorigen Bombern vom Typ “He 111” in Diepholz, im etwa gleichen Zeitraum auch die “Luftflotten-Nachrichtenschule 2”. Die Nachrichtenschule verlegte kurze Zeit später nach Böhmen, die Logistik-Einheit “Luftpark Diepholz” unter Kommandeur Oberst Frege im Jahre 1940 nach Ostpreußen. In jener Zeit wurde das Gras-Rollfeld durch eine lange Start- und Landebahn aus Betonplatten ersetzt. Eine geplante triangelförmige Anordnung von drei Startbahnen wurde jedoch nicht realisiert. Zwei massiv aus Beton gebaute Flakstellungen (eine bei St.-Hülfe, die andere in der Graftlage) sollten den Fliegerhorst vor gegnerischen Luftangriffen weiträumig schützen. Von 1940 bis Kriegsende war der Fliegerhorst mit wechselnden fliegenden Verbänden belegt, zuletzt mit einem Nachtjägerverband. Daneben waren das “Fallschirmjägerregiment 21” und Flak-Truppenteile dort stationiert. Im Mai und Juni 1942 lag u.a. noch einmal eine Einheit mit zweimotorigen He 111 - die “Kampfgruppe z.B.V. 5” - in Diepholz. In der Gruppenchronik der Einheit heißt es: >>11.5.1942: Verlegung nach Diepholz - Umrüstung für Fallschirmeinsatz. [...] <<.
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16.5.1942 Diepholz
Technische Einsatzmeldung: 11 He 111 flugklar in Diepholz 9 He 111 zur Umrüstung nach Diepholz 10 He 111 unklar in anderen Werften ---- 30 He 111 Gruppenbestand
Die nach Kopenhagen an die Industrie zur Instandsetzung abgegebene He 111 NA+HZ kommt nicht wie durch Fernschreiben angekündigt, zum Kdr. der Blindflugschulen, sondern wieder zum K.G.z.b.V. 5 zurück (Entscheidung des Fliegerführers ). Auf Anordnung des Fliegerführers werden 9 He 111 in der Werft in Wittstock auf Fallschirmeinsatz umgerüstet. Es wurden verschiedene Baumuster herübergeschickt, um gleich entsprechende Erfahrungen zu machen. Nach Ansicht des Werftleiters soll die Umrüstung sehr schnell gehen. Die Flugzeuge sollen 12 Fallschirmspringer und 3 Waffenbehälter mitnehmen außerdem auf Schlepp umgebaut werden.
[Zit. aus dem Kriegstagebuch der “Kampfgruppe z.b.V. 5”, Eintrag von Hptm. Wippersteg]
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Zwischen 1940 und 1943 erfolgten 13 Luftangriffe auf den Fliegerhorst, bei denen insgesamt 78 Bomben fielen. 1944 wurde der Schloßturm in Diepholz als Flak-Beobachtungsturm eingerichtet. Am 21. Februar 1944 kam es zu einem Großangriff auf den Fliegerhorst mit 90 schweren viermotorigen Bombern der Amerikaner, bei dem die Anlage weitgehend zerstört wurde. Dabei kamen 72 Menschen ums Leben. Auch die Stadt blieb davon nicht ganz ungeschoren.
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>> [...] Beim Angriff auf den Diepholzer Flugplatz war der Schulkeller von Kindern überfüllt. Der Luftdruck der Bomben drückte das Feuer aus den Heizungskesseln, die Stützbalken schwankten wie Streichhölzer. Die Schreie der Kinder sind unvergessen. Während dieser Bombardierung tat einer unserer Lehrer im Keller der Kreissparkasse die besorgte Äußerung, daß dieser Krieg wohl nicht mehr zu gewinnen sei. Wir haben ihn bis Kriegsende nicht mehr gesehen: Die Gestapo hatte ihn am gleichen Tage abgeholt [...]<<
>>[...] Nie werde ich den Tag vergessen, an dem der Fliegerhorst in Diepholz angegriffen wurde. Wir waren im Keller gegenüber der Schule, der noch zum Teil über dem Erdboden lag. Zunächst sah es aus wie immer. Die Bomberverbände zogen wie üblich ihre Bahn, bis dann plötzlich ein Pulk aus diesen Verbänden ausscherte, wendete und wieder zurückkam. Alle liefen schnell zurück in den Keller. Gleich danach bebte die Erde. In mehreren Wellen erfolgte der Angriff. Ich erinnere mich, daß wir alle mit dem Kopf in einem alten Sofa steckten, der im alten Kellerraum stand. Als wir dann nach der Entwarnung über die Bahnhofstraße gingen, war diese mit Bombensplittern regelrecht übersäht. Auch in der Nähe der Schule waren einige Bomben eingeschlagen. An diesem Tag sind einige Mitschüler aus der nächsthöheren Klasse, die schon als “Luftwaffenhelfer” an den Flakgeschützen auf dem Fliegerhorst Dienst tun mußten, ums Leben gekommen [...]<<
[Erinnerungen von zwei Zeitzeugen, die als Schulkinder den Bombenangriff auf den Fliegerhorst vom 21.02.1944 in der Bahnhofstraße in Diepholz, also in etwa 2,5 km Entfernung, miterlebt haben. Aus: Hofemeister (Hrsg.), 100 Jahre Realschule Diepholz, 2000, Schröderscher Buchverlag, Diepholz]
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Am 6. April 1945 erfolgte die Besetzung durch britische Truppen. Die britische “Royal Airforce” nutzte den Fliegerhorst noch kurzzeitig, um befreite britische Kriegsgefangene in die Heimat auszufliegen. In den noch erhaltenen Gebäuden wurden Vertriebene aus den Ostgebieten und befreite Fremdarbeiter untergebracht. Danach war der Fliegerhorst zunächst zur landwirtschaftlichen und gewerblichen Nutzung vorgesehen.
Mit der Gründung der Bundeswehr und der Wiederaufrüstung Deutschlands wurde der Fliegerhorst 1956 von der neuen bundesdeutschen Luftwaffe reaktiviert. Die Bauten am Rollfeld wurden komplett neu aufgebaut. Im Kasernenbereich waren noch zahlreiche Altbauten weiterhin nutzbar, sie blieben zum Teil bis heute erhalten. Der Fliegerhorst diente fortan der Logistik, Instandsetzung, Ausbildung und Luftwaffeninfrastruktur. Kampfflugzeuge wurden nicht wieder stationiert. 1958 wurde auf dem Fliegerhorst das “Luftwaffenversorgungsregiment 2” aufgestellt, das sich ab 1959 “Luftwaffenparkregiment 2” nannte. Unter den Namen “Luftwaffeninstandhaltungsregiment 2” besteht es noch 2011. Im gleichen Jahr (1958) konnte die neue, 1,3 km lange asphaltierte Startbahn übergeben werden. Von 1959-1963 bestand auf dem Fliegerhorst außerdem eine Flugzeugführerschule, die Ausbildung an einmotorigen Propellermaschinen betrieb. 1961-1964 lag das mit Nike-Herkules-Raketen ausgerüstete “FlaRakBtl 25” unter Oberstleutnant Dr. Freiherr von Rheinbaben auf dem Fliegerhorst. Es wurde 1964 von hier aus in die vorgesehenen endgültigen Stellungen nach Barnstorf verlegt. An seiner Stelle zogen in Diepholz die “I./Luftwaffenausbildungsregiment 5” und die “Luftwaffenpionierlehrkompanie 2” ein. Ab Mitte der 60er Jahre spielte die Logistik die größte Rolle. Hierzu sei das “Material-Kontoll-Zentrum Nord” besonders hervorgehoben, das 1966 seinen Betrieb aufnahm. Und seit 1968 werden auf dem Fliegerhorst Hubschrauber instand gesetzt. Von 1968-1971 war ein letztes Mal ein fliegender Verband auf dem Fliegerhorst stationiert: Die II. Gruppe des Hubschrauber-Transportgeschaders 64 mit Hubschraubern vom Typ “Bell UH 1D”.
Die große Zahl von Soldaten und Zivilbediensteten trug in den 1960er Jahren wesentlich zum Anstieg der Einwohnerzahl von Diepholz bei. Im Südwesten der Stadt im Bereich zwischen Moorstraße und Maschstraße entstand durch den Wohnungsbedarf der zahlreichen Militärangehörigen und ihrer Familien ein für damalige Verhältnisse modernes und gepflegtes neues Stadtviertel mit eigener Grundschule (Mühlenkampschule), eigener Kirche (St.Michaelis) und Geschäften. Allein zwischen 1957 und 1967 wurden dort 600 neue Wohnungen fertiggestellt. Die ersten Häuser entstanden von den späten 30er bis in die 50er Jahre im sogenannten “Heimatschutzstil”. Später kamen zahlreiche moderne Wohnblocks hinzu. In den 80er Jahren begann jedoch ein dramatischer Wandel der Bevölkerungsstruktur in dem Stadtviertel. Heute ist es teilweise zum sozialen Problemgebiet geworden. Die Armut hat derartige Ausmaße angenommen, daß für einige Kinder die Grundversorgung mit einer täglichen warmen Mahlzeit nicht mehr gesichert ist. Laut einem Zeitungsbericht vom August 2008 werden Kinder in dem Stadtteil in einer befristeten Aktion mit einer vom Kreiskrankenhaus Diepholz gespendeten wöchentlichen warmen Mahlzeit versorgt. Ein Verein “Stadtteilladen” mit ehrenamtlichen Helfern sorgt für zwei weitere Mahlzeiten pro Woche.
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Einer der alten, bis heute erhalten gebliebenen und noch genutzten Kasernenbauten aus den 30er Jahren auf dem Fliegerhorst Diepholz (Foto von 2007)
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In den 1980er Jahren, der Zeit des Höhepunktes des Kalten Krieges und des Ost-West-Konfliktes, gehörte der Fliegerhorst Diepholz zum sogenannten COB-Erweiterungsprogramm der NATO (COB = Co-located Operation Base). Damit sollte Diepholz zu den 31 Flugplätzen in der Bundesrepublik gehören, die im Spannungsfall jeweils eine Staffel US-Flugzeuge zur Verstärkung der in der BRD stationierten US-Luftstreitkräfte aufnehmen sollten. Meistens handelte es sich dabei um Flugplätze, deren fliegerischer Teil - wie in Diepholz - in Friedenszeiten nicht in vollem Umfang genutzt wurde (Quelle: Mechtersheimer, Barth, Militarisierungsatlas der Bundesrepublik, 1988, Seite 35 und 170).
Folgende Einheiten waren in den 80er Jahren auf dem Fliegerhorst Diepholz stationiert: Luftwaffenversorgungsregiment 2 mit Luftwaffenwerft 24, Luftwaffenübernahmedepot 21 mit Luftwaffenmaterialdepot 21, Luftwaffenpionierlehrkompanie 2, Logistisches Lage- und Materialkontrollzentrum der Luftwaffe Nord, FmAufkl.Grp. P 2./ FmBtl. 120, Rechenzentrum der Bundeswehr, Beschaffungsstelle 2 der Bundeswehr. Die Aufstellung zeigt, welch große Bedeutung der Bundeswehrstandort Diepholz im Kalten Krieg gewonnen hatte.
Elektronische Spionage
Eine Besonderheit war von 1965 bis in die 90er Jahre eine Fernmelde-Aufklärungsgruppe der 2./FmBtl 120 (EloKa, Bataillonssitz in Rotenburg/Wümme), eine Heereseinheit, die weder etwas mit der Luftwaffe, noch mit dem Flugbetrieb zu tun hatte. Sie hatte auf dem Fliegerhorst ihre Unterkunft und betrieb im Diepholzer Moor die Außenstelle einer “Peilzentrale Heer”. Welchem Zweck die kleine Anlage genau diente, ist bist heute der Öffentlichkeit kaum bekannt, aber dem Augenschein nach diente sie mit großer Wahrscheinlichkeit dem Aufspüren, Abhören, Anpeilen und Orten von Kurzwellensendern. Aus funktechnischen Gründen war sie nicht mit einem Metallzaun, sondern nur mit einem hölzernen Jägerzaun gesichert und von Hundeführern schwer bewacht. Vermutlich hatte die geheime “Peilzentrale II Heer” (Deckname “Zitrone”) ihren Sitz auf dem Diepholzer Fliegerhorst. Ab 1988 gehörte sie zu einem Verbund von 5 ortsfesten, bundesweit verstreuten Peilzentralen, die über eine digitale Peilkommandoanlage vernetzt waren. Die anderen Anlagen dieses Verbundes lagen in Husum (Peilzentrale I Marine), in Mainz-Schwabenheim (Peilzentrale III Heer), in Eriskirch (Peilzentrale IV Luftwaffe) und in Übersee am Chiemsee (Peilzentrale V Heer). Das Amt für Nachrichtenwesen der Bundeswehr (ANBw) betrieb die zusammenfassende Auswertung der fernmeldeelektronisch gewonnenen Ergebnisse (Quelle: Schmidt-Enboom, Empfänglich für Geheimes - die westdeutschen Nachrichtendienste im Äther). Nach der Umstrukturierung der Bundeswehr in den 90er Jahren wurde die Peil-Anlage im Diepholzer Moor leergezogen. 1997 war sie aber laut eines Zeitzeugen als “Peilzentrale Fernmeldeaufklärung Heer I” (PeilZ FmAufkl H 1) noch in Betrieb. “Militärischer Sicherheitsbereich” ist die unbemannte, aber nicht demontierte Anlage noch heute (2009), die Antennen sind dem Augenschein nach betriebsfähig, und der Rasen auf dem Antennenfeld wird regelmäßig gemäht. Es ist demnach wahrscheinlich, daß die Anlage ferngesteuert weiterhin aktiv ist. Am 12.08.2009 meldete das “Diepholzer Kreisblatt” überraschend, daß die Bundeswehr plane, den Schutzbereich rund um die Peilanlage neu anzulegen, was zur Folge hätte, daß in einem Umkreis von 1500 m Bebauungen nur noch unter strengen Auflagen möglich wären. Weil dies die wirtschaftliche Entwicklung im Westen von Diepholz behindere, habe der Verwaltungsausschuß der Stadt die Planungen der Bundeswehr bereits abgelehnt. In einem weiteren Artikel des Diepholzer Kreisblatt vom 19.08.2009 ist ein Brief des Bundestagsabgeordneten Rolf Kramer (SPD) an die Wehrbereichsverwaltung abgedruckt, in dem er auf die wirtschaftlichen Probleme aufmerksam macht. Aus dem Brief geht ferner hervor, daß die bisherige Schutzzone noch besteht und nach der geplanten Erweiterung auch die Bauhöhe und Bauart von Gebäuden innerhalb der Schutzzone vorschreiben wird. Gewerbeansiedlungen würden dadurch unmöglich gemacht. Die Peilanlage hat zur Zeit die Bezeichnung “Fm-Stelle 359 Nds” und wird nach der Neuordnung in “Peilstelle Diepholz (200 Nds)” umbenannt. Sie gehört laut Aussagen von Rolf Kramer zur Aufklärungszentrale der Bundeswehr. (Stand: Herbst 2009)
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Ein Relikt des Kalten Krieges: Die “Kampfführungsanlage Bambus” der “Peilzentrale Heer” im Diepholzer Moor (Foto vom November 2006)
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Am Rollfeld: Rechts die alten Bauten aus den 50er Jahren, links eine moderne Flugzeughalle, davor ein startender Bundeswehr-Transporthubschrauber der ISAF (International Security Assistance Force), der NATO-Interventionstruppe in Afghanistan (Foto von 2008)
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Nach der “Wende”
Zum Jahresende 1996 wurde das “Materialkontrollzentrum der Luftwaffe Nord” aufgelöst. Nach der grundlegenden Umstrukturierung und Verkleinerung der Bundeswehr infolge des Ende des Ost-West-Konfliktes sind im Jahre 2006 noch folgende Einheiten auf dem Fliegerhorst stationiert: Luftwaffeninstandhaltungsregiment 2 (Regimentsstab) mit Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 25 (Luftwaffenwerft), Materialdepot Diepholz (SKB), drei Staffeln (Flugplatzschadensbeseitigung, Luftwaffenpioniere, Kampfmittelbeseitiger) des III.Bataillons im Objektschutzregiment der Luftwaffe, Sanitätsstaffel Diepholz (SKB), Kraftfahrausbildungszentrum Diepholz (SKB).Seit 1999 werden Soldaten des Fliegerhorstes auch bei Kriegseinsätzen der Bundeswehr im Ausland eingesetzt. Im Jahre 2009 befinden sich laut einer Zeitungsmeldung ständig rund 70 Soldaten der Diepholzer Objektschutz-Staffeln im Kriegseinsatz in Afghanistan.
2007 wurde die Standortverwaltung Diepholz in der Bahnhofstraße aufgelöst und geschlossen, ihre Aufgaben dem “Bundeswehrdienstleistungszentrum” in Oldenburg übertragen. Am 19. September 2008 wurde das Materialdepot Diepholz zum einfachen Materiallager heruntergestuft. Die Zahl der Beschäftigten hatte sich bereits in den vorangegangenen vier Jahren mehr als halbiert. Das Kraftfahrausbildungszentrum (Fahrschule) auf dem Fliegerhorst wurde zum Jahresende 2009 aufgelöst. Anfang 2010 sind noch 664 Soldaten und 338 Zivilbedienstete auf dem Fliegerhorst beschäftigt, also insgesamt 1002 Personen. Im Jahre 1999 waren es noch rund 1900 Personen. Im Oktober 2011 wurde bekannt, daß im Zuge der Bundeswehrreform die Luftwaffe vollständig aus Diepholz abziehen wird. Das Regiment mit der Luftwaffenwerft wird als “Waffensystem-Unterstützungszentrum” nach Ostdeutschland verlegt. Der militärische Flugbetrieb wird in Diepholz komplett eingestellt. Lediglich das Materiallager, das zur Streitkräftebasis gehört, bleibt in Diepholz. Die Zahl der Dienstposten auf dem Fliegerhorst wird auf deutlich unter 200 reduziert. Der Standort Diepholz ist damit faktisch tot, die rund 75-jährige Geschichte des Diepholzer Luftwaffen-Fliegerhorst beendet, der größte Arbeitgeber und ein wesentliches Stück Diepholzer Identität verloren.
Die fliegerische Nutzung der Startbahn durch Transportflugzeuge der Luftwaffe war schon seit der Wende nur noch sehr gering. Seit 2000 wird die Startbahn statt dessen von der “Flugplatz Diepholz-Dümmerland GmbH & Co KG” als ziviler Flugplatz für Sport- und kleine Geschäftsflugzeuge genutzt. Dazu wurden auf der Südseite außerhalb des militärischen Zaunes eigene zivile Betriebsbauten (Tower, Empfangsgebäude mit Gastronomie, Werkstatt) errichtet. Zur Benutzung der Startbahn fahren die zivilen Flugzeuge durch ein Tor in den militärischen Bereich.
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Extrem selten: Die fliegerische Nutzung der Startbahn durch Transportmaschinen der Luftwaffe (Foto von 2009)
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Flughafen am Moor: Tage mit Flugbetrieb durch die Luftwaffe sind selten geworden. Der Schnee auf der Startbahn wird nicht mehr geräumt. Das Fahrzeug der Flughafen-Feuerwehr ist für den Hubschrauber-Betrieb bereitgestellt. (Foto vom Dezember 2010)
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© Otwin Skrotzki
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Webtipps:
Weitere Fotos vom Diepholzer Fliegerhorst hier
Die offizielle Website der Bundeswehr des Luftwaffeninstandhaltungs-regimemt 2 finden Sie hier.
Flugplatz Diepholz-Dümmerland (FDD). Zur Website des zivilen Mitnutzers des Fliegerhorstes geht es hier.
Muna Rehden. Nur rund 10 km vom Fliegerhorst Diepholz entfernt befand sich bis 1995 bei der Ortschaft Rehden das flächenmäßig größte Munitionsdepot der bundesdeutschen Luftwaffe. Hier.
Einsatzhafen Vörden, ein weiterer ehemaliger WK II-Flughafen am Rande der Dümmerniederung. Näheres darüber hier.
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Von den frühesten Häusern im “Hematschutzstil” der Wohnsiedlung für Militärangehörige und Zivilbedienstete des Fliegerhorst sind “An der Herrenweide” noch einige erhalten. E.J.Guttzeit schrieb 1954 in “Diepholz und seine Straßen” von “zahlreichen Werkssiedlungen”, die 1937 in der Herrenweide errichtet wurden. (Foto von 2008)
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Werk-Gebäude der Bundeswehr aus den 50er Jahren (oder älter) im südlichen Bereich des Fliegerhorst nahe des Übungsgeländes der Luftwaffenpionierlehrkompanie.
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Eisenbahneinfahrt in den Fliegerhorst am Lehmder Damm. Die gelben Flachwagen haben nichts mit der Bundeswehr zu tun, sondern dienen Gleisbauarbeiten an der Strecke Osnabrück-Bremen und sind vor dem Tor nur abgestellt. Die Bundeswehr scheint den Gleisanschluß offensichtlich nicht mehr zu nutzen (Foto vom März 2010).
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Von 1959 bis 1963 wurden auf dem Fliegerhorst Bundeswehrpiloten auf der einmotorigen “Piaggio” geschult. Das Foto zeigt eine solche Maschine auf dem ziviilen Teil des Fliegerhorst am “Tag der historischen Luftfahrt” am 07.09.2008.
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Eine historische Lufthansa-Maschine auf dem “Flugplatz Diepholz-Dümmerland” (FDD), dem zivilen Teil des Diepholzer Fliegerhorst am 07.09.2008. Die anfangs befürchteten Lärmbelästigungen durch den zivilen Flugbetrieb des FDD haben sich glücklicherweise nicht bestätigt. Der Flugbetrieb ist gering und beschränkt sich bis auf seltene Ausnahmen auf einmotorige Sportflugzeuge.
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Empfangsgebäude mit Tower des zivilen Teils des Diepholzer Fliegerhorst.
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Wappen des Luftwaffeninstandhaltungsregiment 2
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Das Lazarett (erbaut 1939)
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Haupttor (Kaserneneinfahrt) des Fliegerhorst mit Wachgebäude (erbaut 1935) auf einer Postkarte aus den frühen 1960er Jahren.
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