Kohlhöfen
 
Kohlhöfen

Der Kohlhöfen in Diepholz um 2004 nach der Sanierung.

Der Kohlhöfen lag nördlich außerhalb des Stadtgrabenringes vor dem Tor der Stadt, gehört aber dennoch zum ältesten Siedlungskern von Diepholz, was man auch an der Bebauung deutlich erkennt. Die schmale Straße war lange Zeit der Verbindungsweg zwischen der Stadt und Falkenhardt, sowie die Fernstraße nach Oldenburg über Vechta, zuletzt als B 69. Heute ist sie eine verkehrsberuhigte Zone. Der Kohlhöfen wurde vorbildlich saniert und zählt zu den sehenswerten Altstadtbereichen von Diepholz. Die beiden Fotos zeigen den Kohlhöfen in Richtung Süden (Richtung Innenstadt) gesehen.

 

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Der Kohlhöfen in den 1970er Jahren vor der Sanierung.

>>Kohlhöfen. Straße vom Bremer Eck bis zur Straße Ovelgönne im Zuge der Bundesstraße 69. [...] Der Weg nach Vechta verlief ursprünglich vom Kohlhöfen über die “Düstere Straße” , den Heeder Masch- und Torfweg. Die Gegend von Kohlhöfen gehörte ursprünglich - wahrscheinlich schon in frühgeschichtlicher Zeit - zu den Gehöften am äußeren Rande des uralten Eschfeldes, die vermutlich Lappenberg hießen. Der Name Kohlhöfen tritt erst im 18. Jahrhundert auf, obgleich er sonst als Flurname in Norddeutschland recht früh und verhältnismäßig häufig vorkommt. Er bezeichnet Gärten, die dem Anbau von Kohl dienten. [...] In alter Zeit waren die Kohlgärten von den Grundstücken des Lappenberger Rotts durch einen Graben abgetrennt, der von dem neuen Stadtgraben nördlich Ledebourstraße abzweigte und mit der “Notkuhle” am Kohlhöfen Nr.12 zusammenhing. Die Häuser Nr.33 und 34 sind nach O. Schröder im Jahre 1736 als “Emigrantenhäuser” für vertriebene evangelische Berchtesgadener erbaut worden. [...] <<

[Emil Johannes Guttzeit, Diepholz und seine Straßen, 1954]

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Der Kohlhöfen in den 1970er Jahren, Blickrichtung Norden (stadtauswärts). Als die Straße noch B 69 war, begegneten sich hier große Lkw.

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Der Kohlhöfen geht außerhalb der Innenstadt nördlich der Einmündung des Philosophenweges in die “Ovelgönne” über. Das Foto aus den 1970er Jahren (Blickrichtung Norden) zeigt die Straße auf der Höhe des Gut “Dieckamp”, das sich rechts neben der Straße befand und zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits seit Jahrzehnten spurlos verschwunden war. In der Bildmitte befindet sich das Rittergut Falkenhardt mit den beiden großen Melassetanks der Spiritusbrennerei. Das langgestreckte Gebäude am rechten Bildrand ist das Altenheim Falkenhardt. Es wurde schon vor vielen Jahren geschlossen und abgebrochen. Auf dem Bild erkennt man auch die Huntebrücke der B 69. Die Wiese links der Straße hieß früher “Schweinewiese” oder “Schweinemasch”. Die Straße überquert hier ehemaliges Überschwemmungsgebiet der Hunte (Feuchtgebiet), was den relativ hohen Damm erklärt. 

Nördlich der Einmündung des Philosophenweges heißt die Straße Richtung Vechta nicht Kohlhöfen, sondern “Ovelgönne”. Der Straßenname steht vermutlich mit dem Gut Ovelgönne in Zusammenhang, über das sehr wenig bekannt ist. In Guttzeits Buch “Diepholz und seine Straßen” aus dem Jahre 1954 ist es mit der Hausmummer 11 genannt. Da Guttzeit die Hausnummer 10 dem inzwischen abgerissenen Gasthof Bultmann zuordnet, kann man davon ausgehen, daß es sich bei Nr.11 um das Gehöft handelt, das später die Hausnummer 17 bekam. Laut Guttzeit erscheint diese Hofstelle Nr.11 bereits 1688 als “Öffelgünne”. Näheres scheint nicht bekannt zu sein. Wer mehr weiß, möge sich über das Kontaktformular melden.

>>Ovelgönne, Gut, 1 km nördlich von Diepholz, Fleckensgem., Schulgem., Pf. und Standesamt Diepholz, 1895 3 Wohnhäuser, 15 Einwohner. Der Name kommt auch anderweitig oft vor, doch ist über die Bedeutung desselben noch keine Klarheit vorhanden. Sonstige Nachrichten finden sich nicht.<<

[H. Gade, Historisch-geographisch-statistische Beschreibung, 1901]

Über das nördlich Ovelgönne gelegene, heute verschwunde Gut Diekamp ist hingegen mehr bekannt. Es wurde Mitte des 16. Jahrhunderts gegründet und war ein Lehngut, das Otto von Dorgelo innehatte. Nach dem Tod seiner Erben fiel das Lehn an den Landesherrn zurück. Herzog Ernst August zu Braunschweig-Lüneburg verlehnte das Gut nebst einem Diepholzer Burgmannshof 1673 der Osnabrücker Familie von Glan. Das Gut Diekamp übernahm Eberhard von Glan, der Anna Margarete von Voß heiratete. 1702 erwarb Andreas Christian von Voß das Gut. 1740 fiel es durch Erbschaft an den Familienzweig der von Voß, der auf der Münte ansässig war, und dem ab 1794 auch das Rittergut Falkenhardt gehörte. Seitdem gehörte Diekamp zum Rittergut Falkenhardt. 1845 hatte das Gut Diekamp zwei Wohnhäuser und fünf Einwohner, am Beginn des Ersten Weltkrieg dann nur noch ein Wohnhaus, das von einer Arbeiterfamilie bewohnt wurde. Vermutlich Anfang der 1920er Jahre ließ es der damalige Eigentümer des Rittergut Falkenhardt - Ludwig Kellenberg - abreißen. Diekamp verschwand somit spurlos. Auf der topografischen Karte von 1938 ist es allerdings noch eingezeichnet, was wohl auf eine fehlende Aktualisierung der Landesaufnahme zurückzuführen ist. Heute befindet sich an der Stelle ein Verkehrskreisel. 

 

© Otwin Skrotzki.

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Der Verlauf der B 69 auf der topografischen Karte 1:25.000 des Reichsamtes für Landesaufnahme aus dem Jahre 1938 (Scan vom Original aus dem Archiv des Autors). Als “Ovelgönne” wird hier der Gasthof “Stadt Oldenburg” (Friedel Bultmann) und das unmittelbar nördlich davon liegende Gehöft bezeichnet. Das Gehöft oder Gut hat mit Sicherheit schon im 18. Jahrhundert bestanden. Näheres darüber ist nicht bekannt (letzter landw. Betrieb bis Anfang der 1970er Jahre: Dörthe Meyer, geb. Knüpling), 

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Von dem einst stattlichen Gut “Ovelgönne” mit immerhin drei Wohngebäuden im Jahre 1895, ist im Jahre 2009 nur noch ein kläglich wirkender, kleiner Rest übrig geblieben. Das Foto wurde von der Thüringer Straße (früher ein Feldweg) aus aufgenommen. Trotz seiner ursprünglichen Größe ist über die Geschichte des Gutes kaum etwas bekannt. Am 12. August 2009 wurde auch dieser letzte Rest des Gutes abgerissen. An seiner Stelle wurde ein sogenannter “Autohof” errichtet.