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Außer dem Schloß ist die wichtigste Sehenswürdigkeit und Höhepunkt eines jeden Rundganges durch die Stadt zweifellos die Lohnstraße. Sie befindet sich in einer Art von Insellage, die durch die Vorderlohne und den Mühlkanal gebildet wird. Diese schmale “Insel” erlaubte nur eine einseitige Bebauung. Sie begann im 16. Jahrhundert. Bis 1834 hieß die Lohneinsel “Neustadt”. Die Häuser der Lohnstraße haben einen recht einheitlichen Stil, der teils an holländische Bauweise erinnert. Charakteristisch ist die enge Bebauung, bei der sich in den Zwischenräumen zwischen den Häusern lediglich schmale Regenwasserabflüsse, sogenannte “Droopen” (= Traufen) befinden. Diese Droopen sind heute noch vorhanden. Die Bewohner der Lohnstraße waren früher überwiegend Tuchmacher (Leinenweber). Die Tuchmacher waren Heimarbeiter und zählten zu den ärmsten Handwerkern. Sie waren im 18. und 19. Jahrhundert aus wirtschaftlicher Not gezwungen, im Sommer Äcker und Gärten zu bewirtschaften, Torf zu stechen oder als Saisonarbeiter nach Holland zu gehen und zur See zu fahren. Mitte des 19. Jahrhunderts brachte die aufkommende industrielle Verarbeitung von Baumwolle der Diepholzer Tuchmacherei das Ende.
Heute ist die Lohnstraße - abgesehen von einigen ganz wenigen unpassenden Neubauten aus den 1960er oder 70er Jahren - ein Schmuckstück der Stadt und ein “Muß” für jeden Besucher.
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