Moorpflanzen
 
Torfmoos

Torfmoos (Sphagnum) auf Wasser, dazwischen verblühtes Wollgras (Oppenweher Moor)

Glockenheide

Blühende Glockenheide (Erica tetralix) im Oppenweher Moor

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Die im Herbst blühende Besenheide (Calluna vulgaris) findet man an den trockenen Stellen der Hochmoore.

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Rostrot blühender Gagelstrauch (Myrica gale) am Heeder Moor.

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Wollgras (Eriophorum vaginatum)

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Heidelbeere (Vaccinium) im Goldenstedter Moor

Sonnentau

Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia), eine fleischfressende Pflanze im Goldenstedter Moor

Die Torfmoose (Sphagnum) sind die wichtigsten Pflanzen des Hochmoores, da sie für die Torfbildung und das Höhenwachstum des Moores verantwortlich sind. Torfmoose können mehr als das 20-fache ihres Gewichtes an Wasser speichern. Sie sind keine Blütenpflanzen, sondern vermehren sich mit Sporen, haben keine Wurzeln, sondern beziehen ihren Nährstoffbedarf aus kleinsten, gelösten Partikeln im Regenwasser. Die unteren Pflanzenteile sterben ab und gehen in Torf über, während die oberen Pflanzenteile weiterwachsen.

Die bekannteste Pflanze des Moores ist das Wollgras. Es gehört zur Familie der Riedgrasgewächse und ist ein Torfbildner. Im späten Frühling können die Wollgräser ganze Bereiche im Hochmoor in ein wogendes weißes Meer verwandeln, einer der Höhepunkte im Jahreslauf des Moores. Dafür sind die wolligen Fruchtstände verantwortlich, nicht die unauffälligen Blüten, die bereits im April erscheinen. Mit Hilfe der Wollhaare werden die Samen durch den Wind verbreitet. Es gibt mehrere Arten Wollgras. Am bekanntesten sind das Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium), das überwiegend in Nieder-, Quell- und Zwischenmooren vorkommt, und das Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum), eine ausgesprochene Hochmoorpflanze.

Die Glockenheide (Erica tetralix) ist ein etwa 30 cm hoher, immergrüner Zwergstrauch und gehört zu den typischen Heidekrautgewächsen der Hochmoore. Im Gegensatz zur eher Trockenheit liebenden Besenheide bevorzugt die Glockenheide nasse und saure Standorte, Hochmoore und feuchte Kiefernwälder. Ihre Heimat ist der atlantische Raum Europas bis zum Baltikum. Die Glockenheide blüht im Sommer und unterscheidet sich dadurch deutlich von der im Herbst blühenden Besenheide.

Die Besenheide (Calluna vulgaris) ist ein 20 bis maximal 50 cm hoher, zu den sogenannten Zwergsträuchern zählender Nadelstrauch, der auf sauren und besonders kalkarmen Böden gedeiht. Er wächst sowohl auf relativ trockenem Hochmoortorf als auch auf Sand bis hinauf in die subarktische Region Nord-Norwegens. Die Nadeln sind im Sommer dunkelgrün, im Winter grau bis braunrot. Bevor die Heide im Mai beginnt, allmählich grün zu werden, gibt sie der Landschaft ein sehr graues Gepräge. Im September jedoch erscheinen die Blüten und verwandeln die Heide-Fluren in eindrucksvolle lila Teppiche.

Die Heidelbeere (Vaccinium) bildet eine eigene, zur zur Familie der Heidekrautgewächse gehörende Gattung. Ihre Heimat ist die gesamte Nordhalbkugel einschließlich der arktischen Tundren. Einige Sorten kommen auch in den Hochgebirgen der Tropen vor. Die Heidelbeere ist ein sommergrüner Zwergstrauch, wird bis zu 50 cm hoch (die nordamerikanische Variante bis zu 2 m) und gedeiht auf sauren, nährstoffarmen Böden, somit in lichten Nadelwäldern, Heiden und Hochmooren. Ihre Blau- oder in Norddeutschland auch Bickbeeren genannten Früchte gehören zu den beliebtesten Beerenobstsorten, weshalb der Stauch auch von der Landwirtschaft als Kulturheidelbeere angebaut wird. 

Der Gagelstrauch (Myrica gale) ist eine äußerst seltene Pflanze der Moore und steht deshalb auf der Roten Liste. Seine Heimat ist das atlantische West- und Nordeuropa. In Deutschland kommt er ausschließlich in der norddeutschen Tiefebene vor. Er wächst auf nassen, sandigen Torfböden an den Rändern von Hochmooren sowie in feuchten Heiden. Im April erscheinen noch vor dem Laubaustrieb seine auffälligen rostbraunen Blütenkätzchen, welche die Gagelstrauchfluren wie im Herbst aussehen lassen. Alle Teile des Gagelstrauches sind giftig, dennoch verwendete man früher in Norddeutschland seine Zweige zum Würzen von Bier.

Der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) ist eine sehr kleine und unauffällige fleischfressende Pflanze. Ihr Blütenstandstiel wird nur 10-20 cm hoch. Die Pflanze wächst ausschließlich in Hochmooren, dort meist in Torfmoosrasen. Wegen des dortigen extremen Mangels an stickstoffhaltigen Nährstoffen, verschafft sich diese die Pflanze durch das Fangen und Verdauen von Kleininsekten. Dazu hat sie auf ihren Blättern Tentakeln mit einer ein eiweißverdauendes Ferment enthaltenden, klebrigen Flüssigkeit, an denen die Insekten festkleben und von der Pflanze verdaut werden. Der Rundblättrige Sonnentau ist selten und steht unter Naturschutz.  

Das Pfeifengras (Molina caerulea) bildet große Fluren und kann trockengelegte und mäßig nasse Hochmoore nahezu vollständig bedecken. Das Gras kann bis zu einem Meter hoch werden. Im Winter vertrocknen die Halme und verfärben sich strohgelb. Sie wachsen dann im Sommer dunkelgrün von unten nach. Früher verwendete man die getrockneten sehr zähen Halme zur Herstellung von Besen. Die oft riesigen Pfeifengrasfluren geben trockengelegten Hochmooren ein steppenartiges Aussehen.

 

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Moor mit Wollgras (Neustädter Moor, 2009)

Neustädter Moor

Wiedervernäßtes, ehemals trockengelegtes und verwaldetes Moor. Die Landschaft auf dem Foto weist einen besonderen Artenreichtum an Hochmoor- und Tundrapflanzen auf, u.a. Kiefern, Moorbirken, Zwergsträucher (sowohl Besenheide, als auch Glockenheide), Wollgras und Pfeifengras. (Naturschutzgebiet Neustädter Moor im Mai 2007)

© Otwin Skrotzki.