Moränen
 

Blühende Heide auf dem Kellenberg

Kiefernwald auf dem nördlichen Kellenberg

Neben den Mooren und Brüchen sind für die Diepholzer Moorniederung die in der Eiszeit entstandenen Moränen typisch. Moränen sind Hügel bzw. Höhenzüge aus Sand und Kies, welche die Eismassen in ihren Randlagen abgelagert haben. Solche Moränen sind in der Diepholzer Moorniederung der Kellenberg, der Hohe Sühn, der Höhenzug bei Felstehausen und die im Nachbarlandkreis liegenden Dammer Berge. Moränen sind unfruchtbar und trocken. Die Vegetation ist karg und spezialisiert. Neben Kiefern, Weißbirken und Eichen sind Heide, Brombeergestrüpp, und an lichten Stellen auch Ginster anzutreffen.

Ursprünglich waren die Moränen mit Eichen, Buchen und Birken bewaldet, die Wälder wurden jedoch seit dem Mittelalter durch jahrhundertelangen Raubbau, sowie durch die Nutzung der Wälder als Viehweide zerstört. Zurück blieben karge Heidelandschaften. Die Bauern nutzten die Heiden außer zur Schäferei auch zur Plaggenmahd. Darunter versteht man das Abtragen der Vegetationsnarbe einer Heide. Die Heidplaggen wurden zusammen mit Stallmist als Düngemittel für die kargen Böden der Region verwendet. Die Folge übermäßiger Plaggenmahd waren Wehsandflächen und Wanderdünen, eine regelrechte Verwüstung der Landschaft. Die Karte der kurhannoverschen Landesaufnahme von 1773 zeigt den Kellenberg, den Dönseler Sand und den Hohen Sühn vollständig entwaldet. Die Landschaftszerstörung wurde schließlich mit der Wiederaufforstung überwiegend mit Kiefern gestoppt. Die hohe Standorttoleranz der europäischen Waldkiefer (Pinus silvestris) erlaubt ihr das Überleben auch auf Dünensanden.

Auch der Kellenberg (Samtgemeinde Rehden) und sein nördlicher Teil, der “Dickeler Sand” (auch “Dönseler Sand”) war früher, bevor er mit Kiefern aufgeforstet wurde - wie die anderen Moränen der Region - durch unkontrollierten Raubbau bis auf den nackten Sandboden entwaldet. Auf dem Sand wuchs Heidekraut. Heute sind diese Heidefluren um Diepholz selten geworden. Heiden sind in Mitteleuropa Standorte in sogenannten Sukzessionsstadien, d.h. sie bilden sich auf natürliche Weise auf Windbruch-, Kahlschlag- und Brandflächen mit Sanduntergrund und werden dort von nachwachsenden Gehölzen bald wieder verdrängt. Die Heiden sind außerdem durch die Veränderung der Nutzung ihrer Standorte stark gefährdet. Sie müssen durch Eingriffe erhalten werden, damit sie nicht durch Verbuschung, Verwaldung oder Humusauftrag verschwinden. Eine Verschärfung des Problems scheint die massenhafte Verbreitung der aus Nordamerika stammenden und hier verwilderten Spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina, syn.: Prunus virgiana) zu sein. Durch sie verbuschen die Heiden besonders schnell. Eine der wenigen noch erhaltenen Heiden des Dickeler Sand befindet sich in einer breiten Schneise im Kiefernwald, die direkt auf das ehemalige militärische Sperrgebiet (Muna Rehden) zuführt. Solche Heiden gehören wohl zu den herbsten und melancholischsten Landschaften.

 

Heidefläche auf dem Dickeler Sand (Mai 2004)

SPÄT

Herbstliche Süße,
Polster von Erika
die Autobahn entlang,
alles ist Lüneburger
Heide, lila und unfruchtbar,
Versonnenheiten, die zu nichts führen,
in sich gekehrtes Kraut,
das bald hinabbräunt
- Frage eines Monats –
 ins Nieerblühte.

So enden die Blicke, die Blicke zurück:
Felder und Seen eingewachsen in deine Tage
und die ersten Lieder
aus einem alten Klavier.
Begegnungen der Seele! Jugend!
dann selbst gestaltet
Treubruch, Verfehlen, Verfall –
die Hintergründe der Glücke. 

Und Liebe!
„Ich glaube dir, daß du gerne bei mir geblieben wärest,
aber es nicht konntest,
ich spreche dich frei von jeder Schuld“ –
ja, Liebe
schwer und vielgestalt,
jahrelang verborgen
werden wir einander zurufen: „nicht vergessen“,
bis einer tot ist - -
so enden die Rosen,
Blatt um Blatt.

[Gottfried Benn “Spät” (Auszug)]  
 

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Peter Busch: Düne

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Peter Busch: Kiefernzweig