Parkanlagen
 

Der Amtsgarten, im Hintergrund ein Fachwerkhaus, das auf der ehemaligen Hofstelle des Drosten Nikolaus von Scherling von 1553 steht. Das heutige Fachwerkhaus entstand 1981 nach Abriß eines vorherigen baufällig gewordenen Hauses.

Eine Besonderheit in Diepholz sind die großen romantischen Parkanlagen mit ihrem alten Baumbestand. Es gibt wohl nur wenige Kleinstädte, die über solche eigentlich großstädtischen Parks verfügen. Der Amtsgarten (Bild oben) war früher der Garten eines der Burgmannhöfe, die um das Schloß lagen. Hof und Garten wurden Anfang des 19. Jahrhunderts Wohnsitz der Verwaltungsbeamten des Amtes Diepholz (Amtmann, Amtsschreiber, Amtsassesoren, später königlich preußische Beamte). Heute ist der Amtsgarten einer der schönsten öffentlichen Parks von Diepholz. Er liegt direkt am Burggraben. Daran schließt der Schloßpark an, zu dem auch die Schloßinsel gehört, “Insel” deshalb, weil der Bereich mit dem Schloß von einem Burggraben vollständig umschlossen ist. Der größte Park jedoch ist der Müntepark. Er liegt gegenüber dem Schloß hinter dem ehemaligen Herrenhaus des Burgmannshofes “Münte”. In dem großen Landschaftsgarten befinden sich auch das Freibad der “Stadtwerke Huntetal GmbH” und ein Tennisplatz. 

>>[...] Im Westen - jenseits der Langen Straße - breitet sich der großzügig angelegte Müntepark aus. Seine günstige Lage an der Lohne, das alte Fachwerkhaus der Münte, sein Rosengarten , Blumenbeete, Baum- und Gebüschgruppen, Spazierwege und Bänke machen ihn zu einer schmucken und beliebten Erholungsstätte für jung und alt. Der Müntepark wird eingeschlossen vom städtischen Freibad, den Tennisplätzen, einem Kinderspielplatz und einer Minigolfanlage. Es gibt nur wenige Städte, die mitten in der Stadt solch einen prächtigen Park aufweisen. [...]<<

[Emil Johannes Guttzeit in “Deine Garnison Diepholz”, Informationsbroschüre, 1967]

Peter Busch: “Nachts, in einem Parkgarten in Diepholz” (Aquarell, 20.07.2004).

 

Kunst im öffentlichen Raum:

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Das Holocaust-Mahnmahl an der Pommernstraße wurde von Schülern des Graf-Friedrich-Gymnasiums gestaltet. Dabei  verwendeten sie Trümmer der Grabsteine des im Dritten Reich geschändeten Judenfriedhofs, die beim Ausbau einer Straße gefunden wurden.

Niedersachsenhaus

Das “Niedersachsenhaus” mit Parkgarten, der Dienstsitz des Landrates des Landkreises Diepholz

Ein kleiner Landschafts-Parkgarten englischen Stils befindet sich um das das sogenannte “Niedersachsenhaus” an der Hindenburgstraße. Es wurde 1906 von einem reichen Diepholzer Kaufmann im Jugendstil mit Elementen des englischen Landhausstils erbaut. 1924 erwarb es das Landratsamt Diepholz, das es zu einer schloßähnlichen Residenz des Landrates machte. Nach dem Zweiten Weltkrieg residierte hier der Oberkreisdirektor. Später waren im Niedersachsenhaus über Jahrzehnte nur Diensträume des Landkreises untergebracht, danach wieder Büro und Repräsentationsräume des Landrates. Im November 2011 verlegte der Landrat jedoch sein Büro in das Kreishaus. Die Repräsentations- bzw. Sitzungsräume und die Feuerwehrleitzentrale (im Obergeschoß) bleiben aber bestehen.

 

08.06.08 001Eine weitere interessante Parkanlage ist der “Heldenhain”, in dem man die traditionellen “Kriegerdenkmäler” zusammengefaßt hat. Der Rasen ist mit einem Gittermuster aus roten Ziegeln ausgelegt und mit Bäumen so bepflanzt, daß ihre Kronen eine Art Dach über das ganze Feld bilden. Auf dem Feld sind drei Denkmäler für die Gefallenen der letzten drei Kriege (1870/71, 1914-18 und 1939-45) verteilt. An diesen drei Denkmälern sind auch die verschiedenen Stilepochen solcher Skulpturen ablesbar. Leider wirkt die Anlage seit den letzten Jahren etwas vernachlässigt: Die rote Ziegelpflasterung wurde nicht mehr gereinigt; hinter dem Denkmal ist die sichtbegrenzende Bepflanzung völlig unzureichend, so daß den Hintergrund des Parkes der Garten des Nachbargrundstückes mit Gartenhäuschen und Modellwindmühle bildet und den Gesamteindruck des Parkes und seine Würde stark beeinträchtigen. Hier könnte eine dichte Neupflanzung von zum Stil des Parkes passenden Sträuchern, etwa Eiben, Abhilfe schaffen. Auf alten Fotos aus den 1950er und 60er Jahren wirkt die Anlage harmonischer und gepflegter. Das Foto vom Juni 2008 zeigt die kunsthistorisch sehr interessante Skulptur aus dem Jahre 1922 eines Kriegers mit einem Adler für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Das Denkmal wurde im Frühjahr 2008 restauriert, dabei Wandalismusschäden weitgehend repariert. Mein Foto von der Skulptur erschien im November 2010 auch in dem Schulbuch “Forum Geschichte 9/10 Niedersachsen” des Cornelsen Verlag.

 

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Die Stahlskulptur vor den berufsbildenden Schulen an der Schlesierstraße grestaltete der Künstler Herbert Bodzin.

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Nicht unbedingt hohe Kunst, aber sehr beliebt, originell und mit etwas Humor: Der Granit-Elefant am Eingang zur Gänsemarkt-Passage

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Der Rathausbrunnen “Countdown” aus den 80er Jahren ist von dem Künstler Hans-Albert Walter. Das Rathausgebäude dahinter fällt aber wohl eher unter die Rubrik “Bausünden”.

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Seit 2005 entsteht im Süden der Stadt ein Skulpturenpfad. Jede Skulptur soll in Zusammenarbeit zwischen einem Künstler und einer Gruppe von Bürgern entstehen. Näheres dazu auf der Website des Skulpturenpfades hier.

Müntepark

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Müntepark

DIE PARKE

Unaufhaltsam heben sich die Parke
aus dem sanft zerfallenden Vergehn;
überhäuft mit Himmeln, überstarke
Überlieferte, die überstehn,

um sich auf klaren Rasenplänen
auszubreiten und zurückzuziehn,
immer mit demselben souveränen
Aufwand, wie beschützt durch ihn,

und den unerschöpflichen Erlös
königlicher Größe noch vermehrend,
aus sich steigend, in sich wiederkehrend:
huldvoll, prunkend, purpurn und pompös.

[Rainer Maria Rilke]
 

© Otwin Skrotzki