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>>[...] Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Edlen Herren von Diepholz zuerst in Cornau gewohnt haben, ehe sie die Burg Diepholz erbaut haben. Wann diese Burg, um welche nach und nach der Ort entstanden ist, angelegt ist, darüber findet sich keine genaue Nachricht; dies muß jedoch schon früh geschehen sein, denn das Geschlecht der Diepholzer Edlen führte darnach den Namen schon 1160; ein Johannes de Defholte und ein Cono de Thefholte kommen als Zeugen in einer Urkunde vor (Nieberding I., S.230 und 249). Es muß also damals schon die Burg vorhanden gewesen sein, ohne Zweifel zwischen 1120 und 1160, wie sich aus andern Urkunden schließen läßt (Nieberding I., S.240). [...]<<
[H.Gade „Die Grafschaft Diepholz – Historisch-geografisch-statistische Beschreibung“ 1901]
>>Wir wissen nicht, wie die im 12. Jahrhundert erbaute Burg ausgesehen hat [...] Martin Last kennzeichnet das castrum Diepholz als eine Motte im Divbrok, d.h., die Burg war ursprünglich ein von Palisaden und Graben umschlossener Wohnturm. [...] Die Burganlage war so klein, daß für einen landwirtschaftlichen Betrieb kein Raum vorhanden war. Er wurde vom Wirtschaftshof vor der Burg, der um 1280 überlieferten curtis ante castrum betrieben. Dieser lag am Südende des Willenberges. [...] Die Edlen von Diepholz haben ihre Burg sicherlich je nach den jeweiligen militärischen Erfordernissen und nach ihrer wirtschaftlichen Lage so stark und wehrhaft ausgebaut, daß sie zu einer bedeutenden militärischen Feste ihrer Herrschaft, zu einer Herrenburg und zu einem ansehnlichen Residenzschloß wurde. [...] Aufschluß über die Anlage der Burg geben am besten die starken Grundmauern der drei mittelalterlichen Flügel, die noch heute vorhanden sind; sie wurden während des 30jährigen Krieges nicht zerstört und beim Wiederaufbau des Schlosses beibehalten.[...] Der die gesamte Wehranlage einschließende Burggraben war einst viel breiter als heute. [...] Die Lohne und die alte Strothe lieferten ihm ständig Wasser. Zum Schutz der Feste trugen auch die anderen, weiter vor ihr fließenden Lohnen und Hüden bei. [...] Das sumpfige Gelände und die Wasserläufe, bei denen durch Stauungen Überschwemmungen herbeigeführt werden konnten, sicherten die mittelalterliche Burg somit in natürlicher Weise im Westen, Süden und Osten. Nur ein einziger Zugang, die Zugbrücke über dem Burggraben und sein starkes Torhaus vor dem Westflügel, verbanden die Burg mit der Außenwelt, zu der man nur von Norden aus zu ihr gelangen konnte.<<
[E.J.Guttzeit “Geschichte der Stadt Diepholz” 1982]
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