Der Schlossturm
 

Im Innern des Schloßturms erwarten den Besucher nicht nur uralte, geheimnisvolle Gewölbe, sondern auch ein kleines Heimatmuseum. Es enthält ein zum Ambiente des Turms passendes Sammelsurium historischer Gegenstände und alter Fotos aus der Stadt. Auch das alte Turmverliess ist nachgestaltet.

Im unteren, im 12. Jahrhundert aus großen Felsblöcken erbauten Teil des Turmes, steigt man über eine steile Steintreppe durch kellerartiges, weiß getünchtes Gewölbe. Weiter oben sind die Wände aus Backsteinen gemauert. Dort gelangt man über eine hölzerne Freitreppe auf mehrere hölzerne Zwischenböden, auf die sich die Ausstellung des Museums verteilt. Da das Museum nur an wenigen Tagen im Jahr geöffnet hat (i.d.R. nur im Sommerhalbjahr an jedem ersten Samstag im Monat), sollten sich Interessierte vorher nach den genauen Öffnungszeiten erkundigen. 

Von der höchsten zugänglichen Stelle des Turmes hat man durch die kleinen Erkerfensterchen einen eindrucksvollen Ausblick auf Diepholz und sein Umland.

Der Durchmesser des unteren Teils des Turms beträgt 11,80 m, die Wandstärke ungefähr 3,60 m. Der Turm ist 43 m hoch. Ursprünglich diente er als Warte und als letzte Zuflucht der Verteidiger der Burg. Im Mittelalter war der Zugang nur über eine einziehbare Leiter möglich, später wohl auch über den Keller des Nordflügels, denn bis in die 1990er Jahre sollen dort Spuren einer zugemauerten Tür vorhanden gewesen sein. Bis zum 30-jährigen Krieg hatte der Turm eine sehr lange Spitze mit vier Erkern und war vermutlich deutlich höher als heute. Die Spitze wurde 1626 unter dänischer Besatzung bis auf den Turmstumpf abgetragen, und dieser als Geschützturm genutzt. Der heutige Backsteinaufsatz mit dem helmförmigen Dach wurde 1663 unter Herzog Christian Ludwig zu Braunschweig-Lüneburg fertiggestellt. Der Zugang zum Turm erfolgte fortan über das obere Stockwerk des Nordflügels.

1944-45 nutzte die Flugabwehr den Turm als Beobachtungsstand. Dazu wurden drei Eisenbetondecken eingezogen, und der Zugang mit einer Stahltür ebenerdig gelegt. Ein weiterer Zugang war über eine heute von Efeu überwucherte eiserne Leiter möglich. In den 1980er Jahren wurde der Aufgang repariert, und der Turm für die Öffentlichkeit begehbar gemacht.

 

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Die Südseite des Schloßturms

Stelenpfad

Der Stelenpfad am Schloß informiert über die Geschichte der Stadt Diepholz.

Schloßturm-Museum

Museum im Schloßturm

Schloßgarten

Reste des ehemaligen Schloßgartens. Wo heute der Stelenpfad entlangführt, befand sich früher der Obst- und Gemüsegarten des Schlosses. Zuletzt war es die Gartenfläche des Justizwachtmeisters, die auch der Selbstversorung der Gefangenen des Gerichtsgefängnisses diente. (Foto von 2002)

AK Schloß

Historische Postkarte (vermutlich 1920er oder 30er Jahre)

© Otwin Skrotzki.