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>>Sankt Hülfe, größeres Dorf, 3 km nordöstlich von Diepholz, an der Osnabrück-Bremer Chaussee und an der gleichen Bahnstrecke, Landgem. Sankt Hülfe, mit einem Flächeninhalt von 1430 ha, wozu Öhlen, Sankt Hülfer Neufeld und Sankt Hülfer Wiesenhütte gehören, Schulgem. und Standesamt Sankt Hülfe, Pf. Mariendrebber, 1895 79 Wohnhäuser, 399 Einwohner.
Der Name erklärt sich aus der Geschichte des Ortes. Dieser selbst hieß in alter Zeit Nuttlo, nur die hiesige Kirche oder Kapelle aber Sankt Hülfe.[...] Nach der Tradition soll Karl d. Gr. bei Felstehausen auf der Drebber-Höhe [...] nach blutigem Kampf einen Sieg über die heidnischen Sachsen unter Wittekind erfochten und aus Dankbarkeit für die göttliche Hülfe hier ein Gotteshaus gestiftet haben, Sankt Hülfe genannt, wie es von Karl d. Gr. auch anderweitig in ähnlicher Weise geschehen ist. [...] Die Kirche hatte ihre eigene Küsterei, bedeutendes Vermögen an Grundstücken, Kapitalien, Renten, sowie sonstigen Einkünften und eine eigene Verwaltung in der Person eines Verwahrers [...], welches Amt auch selbst Edelherren von Diepholz übernahmen. Ebenso hatte die Kirche ein eigenes Siegel mit der Umschrift: “Sigillum sacro sancte ecclesie in Nutlo”. [...] Mit der Einführung der Reformation wird der Gottesdienst in der Kirche aufgehört haben und das Kirchengebäude nach und nach verfallen sein, sodaß keine Spur davon übrig geblieben ist. Die Kirche hat auf dem Platze der alten Schule gestanden; die neue Schule hat einen andern Platz erhalten und steht an der Heerstraße zwischen St.Hülfe und Heede [...] Auch darüber ist nichts bekannt, wie es mit dem Kirchenvermögen geworden ist.[...]<<
[H. Gade, Die Grafschaft Diepholz, historisch-geographisch-statistische Beschreibung, 1901]
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