Stemweder Berg
 

Ehemaliger Steinbruch auf dem Stemweder Berg

Der südöstlich des Dümmer liegende, 181 m hohe Stemweder Berg ist im Gegensatz zu allen anderen Erhebungen der Region keine Moräne, sondern ein kleiner, durch Geotektonik hochgedrückter Mittelgebirgshügel. Er ist mit Laub- und Mischwald bedeckt und besteht aus Kalksandstein, ehemaligem Meeresboden aus der Zeit vor 100 Millionen Jahren. Nicht selten findet man in den Gesteinsbrocken Fossilien ausgestorbener Meerestiere. Die Hänge des Stemweder Berg bestehen aus recht fruchtbarem Lößboden und bilden damit ebenfalls eine Ausnahme innerhalb der moorigen und sandigen Dümmerniederung.

Sandstein war früher ein beliebtes Baumaterial. Allerdings ist der des Stemweder Berges zum Hausbau zu porös und nicht fest genug. Er wurde aber häufig für Einfriedigungsmauern verwendet, von denen man noch heute in der Region um den Berg einige finden kann.

Längs über den Berg verläuft die Südgrenze des Landkreises Diepholz. Sie ist gleichzeitig die Südgrenze des Bundeslandes Niedersachsen und bildete früher die Staatsgrenze zwischen den Königreichen Hannover und Preußen. Einige Grenzsteine aus jener Zeit existieren noch im Wald verborgen. Sie zeigen auf der preußischen Seite ein eingemeißeltes “P”, und auf der hannoverschen Seite ein “H”.

  

>>[...] Der durch Taleinschnitte zerfurchte Kamm bildet heute im Naturpark die Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, zugleich auch die Dialektscheide. Es lassen sich zudem deutliche Unterschiede erkennen zwischen den seewärts gelegenen kleinen Bauernhäusern mit ihren mageren Weiden und den gleich viel breiter dastehenden Gehöften, wie sie sich ab Dielingen finden, wo die Böden ertragreicher werden. Kommt man im Frühling auf den “Scharfen Berg”, die mit 181 Meter höchste Erhebung, geht der Blick über eine heiter-behäbige, primelprächtige Landschaft voller blühender Obstbäume. Die entstehungsbedingte Muschelkalkauflage des Berges bringt zudem eine für Nordwestdeutschland ganz aus der Art schlagende Flora hervor. [...]<<

[Klaus Seehafer, Der Dümmer See in Farbe, 1980]

11.05.08 023

Blick vom Stemweder Berg auf den Dümmer und das ehemalige Kloster Burlage (Mai 2008)

Hann. Berghaus

Das sogenannte “Hannoversche Berghaus” war früher ein beliebtes Ausflugslokal auf dem Stemweder Berg (Postkarte von 1913).

© Otwin Skrotzki.