Willenberg
 
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Altes Fachwerkhaus im ehemaligen Flecken Willenberg an der Ecke Willenberg-Lüderstraße

“Willenberg” ist heute fast nur noch durch den Namen der Straße in Diepholz bekannt, die von der Maschstraße nach Norden bis hinauf zum “Pol” (Bereich Café Gutknecht) führt. Ursprünglich jedoch bildete der Bereich der heutigen Straße “Willenberg” die selbstständige Ortschaft “Flecken Willenberg”. Entstanden ist der Ort im Mittelalter gewissermaßen als Zubehör zum Wirtschaftshof der Burg Diepholz, der heute nicht mehr zweifelsfrei lokalisierbar ist, aber vermutlich im südlichen Bereich gelegen hat. Der Wirtschaftshof wird 1380 erstmals genannt. Die Bewohner von Willenberg waren Eigenbehörige der Edelherren (später Grafen) von Diepholz, das heißt, im Gegensatz zu den Bewohnern der Stadt Diepholz hatten sie keine Bürgerrechte. Einen direkten, vom Willenberg abzweigenden Verbindungsweg zum Schloß und zur Stadt Diepholz von Süden her gab es früher nicht. Willenberg war durch Feuchtwiesen und die Lohne von Schloß und Stadt von Süden und Westen her getrennt, und diese nur von Norden über die heutige Steinstraße durch das dort stehende Stadttor (“Willenberger Pforte”) zugänglich. Die heutige direkte Verbindung von Süden her mit einer Brücke über die Lohne - die sogenannte “Vorwerksbrücke” - wurde erst 1798 im Zuge des Baus der “Neuen Holländischen Poststraße” durch die kurfürstlich hannoversche Regierung angelegt. Im Jahre 1834 wurde schließlich der Flecken Willenberg mit Diepholz vereint. Die Feuchtwiesen zwischen Willenberg und Diepholz verschwanden ab den 1930er Jahren nach und nach, beginnend mit dem Bau des Freibades und später mit der Anlage des Müntepark. Von den alten Fachwerkhäusern des Flecken Willenberg sind heute nur noch wenige erhalten. Dabei handelt es sich überwiegend um Gebäude aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert.

 

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Das in den 1930er Jahren erbaute “Hitlerjugend-Heim” (später Jugendherberge, heute “Lebenshilfe”) am Willenberg ist stilistisch ein interessantes Gebäude (vergl. hierzu auch Seite Alte Bilder). An der Geländeformation und der Vegetation kann man das tiefer liegende, ehemalige Feuchtgebiet, das einst Diepholz von Willenberg trennte, im Vordergrund sehr schön erkennen. Heute ist es eine Rasenfläche, die zum Freibad gehört (Foto vom Februar 2009)

>>Willenberg, früher Flecken für sich, bildet jetzt eine Abteilung von Diepholz, Fleckensgem. Diepholz, Schulgem. Willenberg, Pf. und Standesamt Diepholz, 1885 141 Wohnhäuser, 891 Einwohner. Der Name wird auf eine höhere Lage hindeuten. Willenberg grenzt unmittelbar an Diepholz, sodaß auch früher schon beide Flecken den Anschein nach einen Ort bildeten; jetzt aber ist Willenberg mit Diepholz zu einem Gemeindewesen vereinigt. Als Willenberg noch für sich bestand, führte ein landesherrlicher Vogt mit zwei Ratsherren die Verwaltung desselben. [...] 1739 und 1758 ist der Flecken durch große Brände heimgesucht, bei dem in zwei Stunden 12 Häuser abgebrannt sind. [...]<<

[H.Gade, Die Grafschaft Diepholz, historisch-geographisch-statistische Beschreibung, 1901]

Willenberg

Der Willenberg wirkte auch in den 1950er Jahren ziemlich trist. Der abgebildete Teil des Willenbergs war damals Bundesstraße 51. Die alten Häuser an der rechten Straßenseite wurden allesamt abgerissen und durch Neubauten ersetzt.

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Die sogenannte “Vorwerksbrücke” der “Neuen Holländischen Poststraße” (Postdamm) über die Lohne verbindet seit 1798 den Flecken Willenberg mit der Stadt Diepholz aus südlicher Richtung. Ursprünglich war sie eine dreibogige Steinbogenbrücke. 1905/06 wurde sie erneuert, und 1953 durch eine moderne Betonbrücke ersetzt. Rechts befindet sich die Straße “Lohneufer” und links der ehemalige Kaffeegarten des verfallenden Hotels Trakehnerhof. Im Hintergrund sieht man die Münte (Foto von 2009). 

© Otwin Skrotzki